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Hinter dem Horizont gehts weiter...

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Von Ushuaia nach Rio Gallegos 19.02.2014

 Wir verlassen Ushuaia bei gleichem Wetter wie bei der Ankunft: 10 Grad, stark bewölkt und ab und zu ein bisschen Regen. Nach ein paar Kilometern taucht ein anderer Motorradfahrer vor mir auf, es ist der Italiener auf einer BMW F 800 GS den wir schon vor ca. 1000 km in EL Calafate getroffen haben. Wir machen ein kleines Rennen über den Paso Garibaldi das ich Dank der Handicapformel gewinne, schliesslich sitzen wir zu zweit auf dem Motorrad, haben einiges mehr an Gepäck und rund 30 PS weniger. Nach dem Pass kommt heftiger Wind auf und wir müssen etwas langsamer fahren nur noch 80-90 km/h. Trotzdem wandert die Tankanzeige rasant nach unten und an der Tankstelle vor der Chilenischen Grenze zeigt sich was der Gegenwind gekostet hat. Über 10 L auf 100 km hat Trudy auf dieser Etappe geschluckt. Zum Vergleich, normalerweise brauchen wie so  um die 6- 6.5 L. Zum Glück ist im Argentinischen Teil von Patagonien das Benzin subventioniert, ein Liter Normal kostet nur knapp 8 Pesos das sind 0.90 Sfr. oder 0.75 Euro. (Stand Februar 2014). Wir überqueren bei San Sebastian die Grenze zu Chile. Ab hier bis zur Fähre nach Punta Delgada ist mal wieder Schotter angesagt. Es sind mehrere Fähren auf der knapp 20 Minuten dauernden Überfahrt im Einsatz und so müssen wir nicht lange warten, obwohl die Lastwagenschlange vor dem Hafen mehrere hundert Meter lang ist. Ein Ticket will niemand verkaufen und so kommen wir gratis von der Insel Feuerland, aufs Festland. Auf dem Weg nach Rio Gallegos gehts nochmal über die Grenze von Chile nach Argentinien. Das ist für einige tausend Kilometer die letzte Grenzstation. Kurz vor der Dämmerung erreichen wir Rio Gallegos und steuern gleich die erste Tankstelle an. Ich freue mich noch über die nicht vorhandene Warteschlange, genau solange bis der Tankwart auf uns zukommt und erklärt:“ No Nafta, Senor“ , kein Benzin mein Herr. Da war sie also die erste trockene Tankstelle in Argentinien. In einer Stadt wie Rio Gallegos mit immerhin 80000 Einwohnern gibt es sicher noch andere Tankstellen. Die finden wir auch, allerdings ist die Warteschlange mindestens 500 Meter lang. Da ich keine Lust verspüre nach 600 km davon 150 auf Schotter zwei Grenzübertritten und einer Fähre da anzustehen, wählen wir die Risikovariante und suchen erst mal ein Hotel. Wir werden es am nächsten Morgen nochmal versuchen, wenn wir Pech haben ist diese Tankstelle auch leer. Wir haben Glück: Am nächsten Morgen kaum Warteschlange und es gibt immer noch Benzin.

Routa 3 oder die Strasse der toten Hasen

Die Routa 3 beginnt in Buenos Aires und endet nach 3079 km in Ushuaia. Von dieser Strasse haben wir von anderen Reisenden schon die unglaublichsten Geschichten gehört. Endlos soll sie sein immer nur gerade aus, und der Wind soll so heftig sein das viele Motorradfahrer stürzen und die Maschine nicht mehr aufstellen können. Entsprechenden Respekt hatten wir vor dieser Strecke. Nun, der Wind ist teilweise wirklich heftig und zwar meist in  Motorradfahrers liebster Form von Böen. Da fährst du hunderte von Kilometern nur geradeaus, aber stets in Schräglage die nie konstant bleibt,weil der Wind ständig Richtung und Stärke wechselt. Besonders interessant wird die Sache wenn der Wind von Links kommt, was meist der Fall ist wenn man Richtung Norden fährt, bei jedem kreuzen mit entgegenkommenden Sattelschleppern  fährst du kurz in deren Windschatten, allerdings nur bis man auf den Wirbel am Ende des Lastwagen trifft. Das fühlt sich dann so an als ob dir jemand den Helm vom Kopf reissen will. Ansonsten gibt es vor allem im südlicheren Teil einige Tiere zu sehen. Nandus,die grossen Vögel die nicht fliegen können und ganze Herden von Guanakos stehen am Strassenrand, die meistens auch Richtung Pampa davonrennen. Ganz sicher ist man aber nie ob nicht eins vors Motorrad läuft. Immerhin werden die Guanakos bis 180 cm gross und sind 120 kg schwer. Kein guter Gegner für einen Zusammenprall. Vor allem aber gibt es Hasen und zwar in der Form tot und platt gefahren. Entweder gibt es Millionen davon oder die machen alle Selbstmord und lassen sich überfahren.

Die versteinerten Bäume 20.02.2014

Auf der Routa 3 biegt bei km 2074  eine Piste zu den versteinerten

Bäumen ab. Wir nutzen die Gelegenheit um auch mal wieder eine

Kurve zu fahren. 50 km weiter mitten in der Pampa liegt der

Nationalpark Bosques Pertificados. Ob sich der Umweg gelohnt hat?

Ich würde sagen auf jeden Fall, die Landschaft ist einfach fantastisch.

Capo dos Bahios 22.02.2014

Unser heutiges Ziel heisst Capo dos Bahios ein Nationalpark in dem eine Pinguinkolonie lebt. Nur ca. 350 km entfernt, sollte eine lockerer Etappe werden. Nach ein paar Km auf der Routa 3 ist erst mal ein kilometerlanger Stau. Wir vermuten einen Unfall, und fahren an der Kolonne  vorbei, bis zu einer Strassensperre aus Reifen und Holzbänken. Ein paar Einwohner des Ortes Caleta Olivia haben die Strasse blockiert und fordern auf Transparenten: “Schluss mit den Versprechungen, wir wollen Wasser.” Scheinbar ist eine Wasserleitung gebrochen und die Einwohner haben seit 19 Tagen kein Wasser mehr.  Nach ein paar Minuten können wir aber weiterfahren und erreichen Capo dos Bahios kurz nach Mittag. Diesmal müssen wir für den Nationalparkbesuch ausnahmsweise keinen Eintritt bezahlen. Holzstege führen mitten durch die Pinguinkolonie in der einige hundert Tiere leben. Die Magellanpinguine haben absolut keine Angst vor uns und lassen sich aus der Nähe fotografieren. Unser ursprünglicher Plan hier im Nationalpark am Strand zu zelten müssen wir aufgeben, den der Wind wird immer stärker und zusätzlich ziehen noch schwarze Gewitterwolken auf. Also zurück auf die Routa 3 und weiter Richtung Norden. Eine Übernachtungsmöglichkeit findet sich erst in der nächsten Stadt Trelew, bis dahin ist nichts ausser Pampa. Am Ende des Tages stehen statt der geplanten 350 dann halt 700 km mehr auf dem Tacho.

Penisula Valdez 25.02.2014

Die Halbinsel Valdez ist die Touristenartaktion entlang der Routa 3. Hier soll man Seelöwen, Robben und mit etwas Glück auch Wale und Orcas beobachten können. Wir stellen unser Zelt in einem Campingplatz ausserhalb Puerto Madryn auf, der letzten Stadt vor der Halbinsel Valdez. Geplant ist für den nächsten Tag ein lockerer Tagesausflug um Valdez zu besichtigen. Allerdings machen wir zum wiederholten mal den gleichen Fehler und unterschätzen die Distanzen. Wir brechen also nicht allzu früh auf den die Insel sieht auf der Karte nicht sehr gross aus. Nach 70 km die Einfahrt in den Nationalpark wo wir 130 Peso, ca. 17 Franken bezahlen. Weitere 30 km das einzige Dorf auf der Halbinsel, Puerto Piramides, hier gibt es auch eine Tankstelle und ich entschliesse mich zu Tanken obwohl der Tank noch halb voll ist. Ein guter Plan wie sich zeigen sollte. Ab hier sind es 77 km bis zum ersten Aussichtspunkt Punto Delgada und natürlich nur Schotter.  Dort angekommen versperrt uns ein verschlossenes Tor den Weg. Nur für Hotelgäste steht auf dem Schild. Na Super, wir haben also Eintritt bezahlt um ein paar Guanakos und Nandus zu sehen die an der Routa 3 zu hunderten an der Strasse stehen. Leicht genervt fahren wir weiter Richtung Punto Nord, nochmal 75 km. Schon nach ein paar Kilometern ist ein Aussichtspunkt und tatsächlich sehen wir hier die ersten Seelöwen. Am Punto Nord ist eine weitere, grössere  Kolonie mit Seelöwen und Pinguinen zu besichtigen. Von Walen und Orcas ist allerdings nichts zu sehen. Wir sind wohl zu spät dran, die Wale sind schon weitergezogen. Es ist schon dunkel als wir nach Puerto Madryn zurückkehren und gleich die erste Tankstelle ansteuern. Bilanz des Tages: 430 km mehr auf dem Tacho, davon 230 auf Schotter. In Europa würde ich wohl eher nicht so weit fahren um ein paar Seelöwen und Pinguine zu sehen. 

Buenos Aires 04-08.03

Die Hotels sind teuer in Buenos Aires, deshalb haben wir uns im Internet schlau gemacht und über die Webseite wimdu.de für knapp 30 Euro pro Tag gleich eine Wohnung gemietet. Allerdings sind wir zu früh, die Wohnung ist erst in zwei Tagen frei. So machen wir einen Zwischenstopp auf einem schönen Campingplatz in Punto Indio. Wäre fast perfekt wenn das versprochene warme Wasser auch warm wäre. Auch die WC Spülung funktioniert nur sporadisch. Wir sind schliesslich in Argentinien und man kann nicht alles haben. Das Wetter hat uns bis jetzt nie im Stich gelassen, immer zwischen 20 und knapp 30 Grad und nur vereinzelt ein paar Tropfen Regen. Aber in der letzten Nacht auf dem Camping kommt ein heftiges Gewitter auf, somit können wir das Zelt völlig durchnässt einpacken. In Buenos Aires findet mein Navi die Adresse glücklicherweise ohne Probleme. Allerdings mache ich mir etwas Sorgen um Trudy, denn die Strasse vor unserer Wohnung ist übersät mit Glasscherben von eingeschlagenen Autoscheiben. Scheint fast so das es in dieser Gegend Diebe hat. Auch die Betreiber von Kiosken und kleinen Läden arbeiten hinter Gittern mit schmalen Schlitzen für den Zahlungsverkehr. Also beisse ich in den sauren Apfel und stelle Trudy für viel Geld in einem bewachten Parkhaus ab. Die Wohnung erweist sich als Glücksfall, sauber und alles funktioniert wie es soll. Barrie, unser Vermieter ist super nett, versorgt uns mit Insiderinfomationen und lädt uns am letzten Abend sogar noch in eine Bar zum Saufgelage ein. Statt die örtliche Tourismusindustrie zu unterstützen, gedenken wir den Schuhmachern und erkunden die Stadt zu Fuss und mit der U-Bahn. Zum Hafenviertel La Boca nehmen wir allerdings ab der U-Bahn Entstation Constitucion ein Taxi,  unser Reiseführer meint das es abseits der Touristenstrassen böse Menschen geben soll. Für den Rückweg wollen wir einen öffentlichen Bus nehmen. Nach der Besichtigung des Hafenviertels steigen wir also in den Bus der uns zurück zur U-Bahn bringen soll, und wollen beim Chauffeur bezahlen. In den Busen kann man nur mit Münzen bezahlen, wir haben natürlich nicht genug dabei. Unser Chauffeur zeigt sich wenig kooperativ, stur weigert er sich das Papiergeld anzunehmen und wirft uns nach ein paar hundert Metern aus dem Bus. Da gerade Siesta ist haben alle Läden die uns Geld wechseln könnten geschlossen. Also zu Fuss zurück zum Bahnhof durch das angeblich so gefährliche Quartier. Keiner macht aber auch nur ansatzweise den Versuch uns auszurauben, wir sehen vermutlich nicht reich genug aus. Vielleicht sollten wir mal an unserem Outfit arbeiten. Der Strassenverkehr in Buenos Aires ist bei weitem nicht so schlimm wie erwartet und vom Reiseführer beschrieben. Hier kann nun wirklich jeder mit dem eigenen Fahrzeug fahren. Die Abreise gestaltet sich dennoch etwas schwieriger als erwartet. Irgend ein Idiot (ich wars nicht!!)  hat auf meinem Navi die Routenoption " kürzerer Weg" statt "kürzere Zeit" angewählt was dazu führt das wir statt die Autobahn die Abkürzung durch die Vororte nehmen. Auch eine Art die Stadt zu erkunden. Weiter gehts in Uruguay