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Auf dem Weg nach Peru

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San Pedro nach Peru 11-14.04.2014

Etwas wehmütig verlassen wir mit den neuen Reifen im Gepäck San Pedro de Atacama, hier hat es uns sehr gut gefallen, und im Hostel Camio del Inca haben wir uns wie zu Hause gefühlt. Aber die Preise hier sind auf Dauer nicht zu bezahlen, alles ist teurer als im ohnehin nicht billigen Chile. In San Pedro gibt es keine Gommeria oder Werkstatt die Reifen wechseln, wir werden das im 120 km entfernten Calama erledigen. Da finden wir auch schnell eine Gommeria, einen Reifenhändler nach Europäischem Vorbild, sauber, aufgeräumt und mit den modernsten Maschinen ausgerüstet, aber keiner der unterbeschäftigten Spezialisten sieht sich im Stande statt Autoreifen einen Motorradreifen zu wechseln. Nach der dritten Werkstatt fahren wir leicht genervt weiter. Nach  knapp 200 km durch die Atacamawüste erreichen wir den  Küstenort Tocopilla, hier hat die Neuzeit noch nicht Einzug gehalten und wir finden sofort eine Gommeria die auch Motorradreifen wechseln. Ich baue die Räder aus und ein, der Typ in schmutzigen, verlöcherten Jeans wechselt die Reifen, nach einer halben Stunde steht Trudy auf neuen Sohlen da, und wir haben 10 kg Gepäck weniger an Bord. Die Reifen Mitas E07 haben 21400km gehalten, nicht schlecht wenn man bedenkt auf welchen Strassen wir schon unterwegs waren und das alles zu zweit plus Hausrat.

Iquique

Ganze Rudel wilder Hunde sind in Südamerika nichts ungewöhnliches, 90 % davon sind friedlich und 9% rennen uns kläffend nach, das ist aber kein Problem, auf der Suche nach einem Lebensmittelladen in den Gassen von Tocopilla kommt uns aber ein Rudel der Verhaltensgestörten 1% Hunde entgegen, einer bleibt mitten auf der Strasse stehen so das ich kurz vom Gas muss um ihn nicht zu überfahren, das gibt seinen kläffenden Artgenosssen die Gelegenheit uns einzuholen und tatsächlich beisst mich so ein Mistvieh in den Fuss. Zum Glück sind Daytona Stiefel nicht nur Wasserdicht sondern auch resistent gegen Hundebisse, so bleibt die Aktion ohne Folgen für mich. Nach diesem Erlebniss brechen wir die  Lebensmittelsuche ab und fahren der Küste entlang bis Iquique. Es ist schon Dunkel als wir in Iquique ankommen.Bei Tageslicht sind die Folgen des  Erdbebens zu sehen: Fast auf allen Kreiseln in der Stadt campieren Menschen die ihr Haus verloren haben und jetzt Obdachlos sind. Die Strasse Richtung Norden die an einem riesigen Sandhügel entlang führt ist stellenweise abgerutscht und nur einspurig befahrbar. Es brauchte über eine Stunde bis wir aus dem Verkehrschaos raus waren und weiter auf der Panamericana Richtung Arica zu der letzten Stadt in Chile fahren können. Mitten in der Atacama Wüste weist ein Schild zu den Geoglyphen von Huaras hin, die sind zwar nichts Besonderes, aber die versteckte Lage hinter den Sandhügeln lädt uns förmlich ein hier zu übernachten. Das Zelt aufstellen ersparen wir uns, da mit Regen in der trockensten Wüste der Welt nicht zu rechnen ist. Leider zieht gegen Abend leichte Bewölkung auf und verhindert die Betrachtung des Sternenhimmels. Dafür kann ich hier endlich mal ohne Gepäck und Sozius durch die Wüste donnern. Am nächsten Tag  entschädigt uns die schöne Strecke für den entgangen Sternenhimmel,es geht durch tiefe Schluchten und über gigantische Sandhügel. Die ersten richtigen Kurven seit langem, immer wieder rauf und runter und das auf gutem Asphalt.

Arica

Der Grenzübertritt nach Peru könnte länger dauern so beschliessen wir in Arica auf einem Campingplatz zu übernachten. Wir sind um diese Jahreszeit die einzigen Gäste, das denken wir zumindest. Mit Einbruch der Dunkelheit werden wir eines Besseren belehrt, den hinter der Hecke die wir für das Ende des Platzes gehalten haben geht der Campingplatz weiter. Hier tifft sich am heutigen Samstagabend die Jugend von Arica, zu Jubel Trubel Heiterkeit und Discosound mit 110 Dezibel bis morgens um 7 Uhr. Zum Glück haben wir Gehörschütze dabei sonst hätten wir in dieser Nacht kein Auge zugemacht.Das ist aber nur ein leichtes Ärgernis im Vergleich zu dem was uns am Morgen erwartet. Der Benzinkocher den wir dummerweise auf dem Tisch neben dem Zelt  stehen gelassen haben, ist mitsamt der Pfanne und dem Rest der Pasta vom Abendessen verschwunden. Den anfangs verdächtigten Campingplatzhund scheidet als Täter schnell aus, der hätte mindestens den Kocher stehen gelassen. Wir sind zum ersten mal auf dieser Reise bestohlen worden. Hoffe mal das sich der Dieb so richtig die Finger am Kocher verbrennt. Der finanzielle Schaden hält sich zwar in Grenzen, richtig ärgerlich ist die Tatsache das es fast unmöglich sein wird einen Ersatz zu finden, wenn überhaupt dann nur ein Gaskocher der natürlich nur mit den entsprechenden Kartuschen betrieben werden kann die nicht überall erhätlich sind.

Grenzeübertritt nach Peru

Durch diverse Internetberichte waren wir schon vorgewarnt über den Bürokratismus an der Grenze zu Peru. Wir sind früh dran 8 Uhr an einem Sonntagmorgen und fast kein Verkehr. Der Platzeinweiser am Zoll schickt uns gleich ins angrenzende Gebäude mit der selbsterklärenden Aufschrift "Casino". Hier bekommen wir von der Chilenin an der Kasse die zweifelsfrei auch die Köchin der Kantine ist das Formular mit 4 Fach Durchschlag für die Einfuhr des Motorrades zum Schnäppchenpreis von 500 Pesos. (ca. 90 Rappen). Mit dem ausgefüllten Formular geht es dann erstmal zum Chilenischen Zoll. Der stempelt die Pässe ab und schickt uns weiter zum Peruanischen Zoll wo die freundliche Beamtin gleich selbst die benötigten Formulare ausfüllt. Wir sind also schon eingereist in Peru, fehlt nur noch das Motorrad. Dafür ist wieder ein anderer Schalter zuständig, zu dem uns einer der unterbeschäftigten Zöllner führt. Keine halbe Stunde später sind die Daten von Trudy im Computer eingegeben, wir bekommen das Formular für die Temporäre Einfuhr und schon könnnen wir die Grenze passieren. Knapp eine Stunde hat die ganze Aktion gedauert, gar nicht so schlimm wie erwartet.50 Kilometer später erreichen wir  Tacna die erste Stadt in Peru. Auf der Suche nach einem Bancomat hält ein Einheimischer auf einem 200 ccm China Chopper neben uns an. Der Mann heisst Gustavo, ist Mitglied im örtlichen Motorradclub und ganz begeistert von uns. Sofort ruft er mit seinem Handy den Präsidenten des Clubs an und Berichtet aufgeregt über unsere Ankunft in Tacna, anschliessend hält er mir das Natel ans Ohr, ich soll mal ein bisschen mit dem Präsidenten plaudern, was bei meinen mangelnden Sprachkenntnissen nicht so recht gelingen will. Aber egal die freuen sich uns zu sehen. Gustavo führt uns selbstverständlich noch zum Bancomaten und verabschiedet sich als ob wir uns schon ewig kennen würden. weiter gehts in Peru