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Hier die aktuellsten Reiseberichte.

Reiseberichte

30.12.2013 Umzugsstress

Langsam kommt Hektik auf, wir müssen noch die ganzen Möbel im Lager unterstellen und das Haus reinigen bevor wir ausziehen. Und morgen ist Sylvester, d.h. wir haben noch diverse Termine bei Verwandten und Bekannten.

Pleiten, Pech und

Pannen

An dieser Stelle werden wir von dem Berichten, was so alles schiefgegangen ist.

Stand 19.01.2014

Gefahrene km: 2900 Anzahl Pannen: 1 Anzahl Stürze: 0
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Villa Kunterbunt 05.01.2014

Am Sonntag sind wir in der Villa Kunterbunt  in Valparaiso  angekommen und wurden von Enzo und Martina herzlich begrüsst. Wir bekammen das Zimmer im Turm, mit Aussicht auf die ganze Stadt. Neben uns waren bereits zwei Italiener da, am Monntag ist noch ein Französiches Paar und am Dienstag zwei weitere Italiener dazugekommen. Die beiden Franzosen wollen mit Ihrem Ural- Gespann Richtung Norden fahren und damit haben Sie am Anfang die gleiche Route wie wir. Wenn wir am Mittwoch starten können sollten wir bis am 13. 01 die 1500 km bis Calama locker schaffen. Calama ist Station der Dakar Rally die wir unbedingt  sehen wollen. 

Mittwoch 08.01.2014

Heute können wir unser Motorrad aus dem Zoll abholen.Wir sind schon sehr gespannt ob Trudi die lange Reise gut überstanden hat.  Mit uns fahren das Französische Paar, sowie Pasquale ein in Deutschland lebender Italiener zum Zoll. Enzo hat zusätzlich einen Fahrer mit einem Pick-Up organisiert, damit wir unsere Kiste transportieren können. Im Zollgelände angekommen steht  tatsächlich unsere Kiste da und wir können sofort mit dem auspacken und zusammensetzen beginnen. Pasquale ist als erster fertig da er seine R 1200 GS Adventure praktisch komplett in eine riesige Kiste verpackt hat. Ich werde zweiter beim Auspackrennen, mit Vorsprung auf den Franzosen der sein Ural Gespann praktisch komplett zerlegt hat. Die Transalp hat den Transport unbeschadet überstanden, was man von meiner Kiste nicht sagen kann, irgendein Staplerfahrer hat versucht von der falschen Seite her aufzuladen und dabei das Metallgestell komplett verbogen.Wir beschliessen daher die   Kiste bei Enzo zu entsorgen und für den Rücktransport eine neue zu organisieren. Nachdem auch der Franzose sein Gespann zusammen hat, fahren wie alle gemeinsam zurück zu der Villa Kunterbunt. Der Rest des Tages vergeht mit Kofferpacken und letzen Vorbereitungen. Die Abfahrt ist damit auf Donnerstag verschoben. Am Donnerstag bekam ich das Mail mit den Versicherungsunterlagen für die Haftplichtversicherung in Südamerika. Also alles auf den USB- Stick laden, damit in die Stadt zum nächsten Copy-Shop und ausdrucken lassen, danach ein Western-Union Büro aufsuchen die Versicherung bezahlen, und letzte Einkäufe machen. Wenigsten können wir jetzt mit dem Motorrad in die Stadt und müssen nicht wie die letzten paar Tage laufen.

Adios Valparaiso und Villa Kunterbunt 09.01.2014

Noch die Koffer ans Motorrad,eine grosse und zwei kleine Packtaschen obendrauf und dann kann es losgehen. Trudi ist beladen wie ein Möbeltransporter. Wer hat bloss soviel eingepackt? Aber irgendwie muss alles mit. Enzo öffnet also das Tor im Garten der Villa Kunterbunt und mit gemeinsamen Kräften schieben wir den Koloss auf die Strasse. Ich setze mich aufs Motorrad und will nur ein paar Meter nach vorne rollen, da verliere ich das Gleichgewicht und Trudi droht umzukippen, nur mit letzer Kraft gelingt es mir das Motorrad wieder gerade zu stellen. Das wäre der Super Gau gewesen, erster Sturz nach 0.5 Meter. Mittlerweilen ist es bereits 15 Uhr, heute werden wir nicht weit kommen. Wir verlassen also Valpraiso Richtung Norden, unser Ziel Calama ist noch 1500 km entfernt. Ich gewöhne mich langsam ans fahren mit dem überladenen Motorrad, trotzdem schaffen wir am ersten Tag nur ca. 150 km.

Freitag 10.01.2014

Da gestern unser Ziel nur 150 km näher gekommen ist, lassen wir heute nichts anbrennen und schaffen 550 km. Die Suche der nächsten Unterkunft gestaltet sich schwieriger als erwartet. Ein grosses Schild am Stassenrand weist auf ein Hostel in der Nähe. Ich folge also dem Wegweiser und nach 50 m Asphalt und ca. 500 m Ackerstrasse stehen wir vor dem geschlossenen Hostal. Also zurück und dem Wegweiser zum Campingplatz folgen. Nach 45 km kurviger Bergstrasse und mehrfachem nachfragen bei Einheimischen finden wr tatsächlich den Campinglatz.

Samstag 11.01.2014

Weiter gehts der Küste entlang Richtung Norden und die Landschaft zeigt unmissverständlich das wir Richtung Wüste unterwegs sind. Anfangs noch sandiger Boden mit vereinzelten Bäumen und Büschen, dann Büsche und Kakteen und schlussendlich nur noch Sand und Lavasteine. Mit dem Wetter hatten wir bis jetzt Glück, am Morgen zwar immer Nebel bei teilsweise nur 11 Grad, wurde es gegen Mittag immer wärmer bis ca. 30 Grad, allerdings kommt dann auch ein böiger Wind auf der das fahren nicht gerade angenehm macht. Teilweise fahre ich nur noch 80 km/h um nicht von der Strasse abzukommen. Ein kleiner Vorgeschmack darauf was uns auf Feuerland erwartet. Wir fahren heute nur ca. 400 km und Übernachten auf dem Campingplatz im Nationalpark Pan del Azucar direkt am Meer.  

Dakar Rally in Calama 13. + 14. 01.2014

Nachdem wir unser Gepäck im Hotel abgeladen hatten, haben wir uns auf die Suche nach dem Fahrerlager der Dakar gemacht. Was gar nicht so einfach war, den nirgendwo war ein Schild oder ein Wegweiser aufgestellt. Auf der Umfahrungsstrasse von Calama ist mir ein Motorradfahrer aufgefallen der verdächtig nach einem Teilnehmer aussah, also nichts wie hinterher. Nach ein paar Kilometern dann die Abzweigung zu einer Schotterstrasse, von da an sah ich nur noch seine Staubwolke grösser werden, muss wohl doch noch etwas üben auf Schotter zu fahren. Das Fahrerlager war aber nicht mehr zu übersehen. Am nächsten Tag sind wir zum Start der 9. Etappe ca. 30 km ausserhalb von Calama gefahren. Leider waren die meisten Motorradfahrer schon weg. Aber auch die anderen Wüstenkampfgeräte sehen aus der Nähe viel eindrücklicher aus als im Fernsehen.  

San Pedro de Atacama und Paso de Jama 14.-16.01.2014

Wir haben uns entschlossen nicht wieder 1000 Km durch die Wüste zurück zu fahren, sondern zur Wüstenoase San Pedro de Atacama. Von San Pedro aus über den Paso de Jama nach Argentinien und dann die Routa 40 (Quarenta) Richtung Süden. Unser Hostal scheint ein Treffpunkt für Motorradfahrer zu sein, denn unsere Nachbarn im Hostal sind ebenfalls mit dem Motorrad unterwegs. Eine dreier Gruppe aus Brasilien,  zwei aus Peru und ein Argentinier samt Freundin, wir alle wollen über den Pass nach Argentinien. Unsere Nachbarn sind Frühaufsteher und Reisen bereits Morgens um 6 Uhr ab. Wir lassen es gemütlicher angehen. Um 9 Uhr stehen wir an der Grenzstation kurz nach San Pedro de Atacama. Wir müssen unser Motorrad in Chile ausführen und dann in Argentinien einführen, sollte nicht so schwierig sein. Am ersten Schalter geben wir das Dokument für Chile ab, der Beamte machte einen Stempel darauf legt das Dokument auf einen Stapel  und schickt uns zum nächsten Schalter. Hier stehen wir in der langen Schlange und kurz bevor wir dran sind spricht uns ein Einheimischer an, die Grenzstation nach Argentinien sei auf dem Pass, alle die hier anstehen wollen nach Bolivien, erklärt er uns. Also wieder an den ersten Schalter um unser Zolldokument zurückzuverlangen aber der Beamte will das Zolldokument nicht mehr hergeben, schliesslich hat er es ja bereits abgestempelt. Okay, dann war hier die Ausfuhr für das Motorrad und die Einfuhr nach Argentinien auf dem Pass, das denken wir zumindest und machen uns auf den Weg Richtung Pass, sind ja nur 160 km bis zur Grenzstation nach Argentinien. Nach ca. 2 Kilometern ist aber bereits Schluss, die Polizei hat die Strasse gesperrt. Der Grund ist Schnee und Glatteis auf dem Pass. Wir stehen also bei 36 Grad in der Wüste, zusammen mit unseren Nachbarn aus dem Hostal, die bereits seit 4 Stunden warten. Yvonne hat sich extra warm angezogen,Thermounterwäsche und drei lange Pullover. Nach nur 3 Stunden in der prallen Sonne ist es soweit: Der Pass wird geöffnet und wir machen uns auf den Weg. Die Strasse steigt langsam aber stetig an und nach ein paar Kilometer sind wir bereits auf 4500 Meter Höhe. Das Navi zeigt am höchsten Punkt 4820 Meter über Meer. Von da an fahren wir die nächsten 100 Kilometer immer zwischen 4200 und 4700 Meter. Das nächste Highlight ist der Grenzübergang nach Argentinien, der auf 4200 M.ü.M liegt. In der Schalterhalle sind bestimmt 300 Menschen, und die Reihenfolge wie die drei geöffneten Schalter anzulaufen sind, erschliesst sich uns nicht. Zum Glück steht hinter uns ein Argentinier der Englisch spricht und uns aufklärt. Beim Ausreiseschalter aus Chile verlangt die Beamtin das Zolldokument das wir im 160 km entfernten San Pedro abgegeben haben, zum Glück gab uns Martina noch eine Kopie mit, damit ist die Beamtin auch zufrieden und wir dürfen weiter zum Schalter für die Einreise nach Argentinien. Dort werden nochmal alle wichtigen und unwichtigen Daten in den Computer eingegeben und anschliessend bekommen wir das Zolldokument für Trudy und einen wichtig aussehenden Zettel. Den wichtig aussehenden Zettel dem Zöllner übergeben und schon öffnet sich der Schlagbaum,die Einreise nach Argentinien ist geschafft. Das ganze hat nur rund 3 Stunden gedauert und ich habe mich überhaupt nicht geärgert, ich nicht. Kurz nach der Grenze steuern wir die erste Tankstelle in Argentinien an. Kaum sind wir unter dem Dach der Tankstelle beginnt ein starker Hagelschauer und innerhalb kurzer Zeit ist die Strasse mit einer zentimeterdicken Eisschicht bedeckt. Super, wenn das Wetter so bleibt können wir gleich bei der Tankstelle auf 4200 Meter übernachten. Wir haben Glück, das Wetter bessert sich wieder und wir können weiterfahren. Kurz vor Susques übernachten wir in einem Hotel auf immer noch 3600 M.ü.M. Vor allem Yvonne hat noch Mühe mit der Höhe und kann diese Nacht kaum schlafen.

Argentinien

Am nächsten Tag gehts weiter über die Hochebene der Anden Richtung Salta. Langsam kommt wieder Farbe in die Umgebung, die Berge sind wieder grün und sogar die ersten Säulenkaktus und Bäume tauchen wieder auf. Auch die Berge und Felsen erstrahlen in Rot und Grün. Herrlich nach den Tagen in der Wüste. Kurz vor San Salvador de Juyuy das Drama. Wir stehen vor dem ersten Rotlicht seit 100 Km und beim weiterfahren fühlt sich Trudy ganz komisch an. Die Diagnose ist schnell gestellt: Hinterreifen platt. Also Kompressor raus, Reifen aufpumpen und die 200 Meter zurück zu der gerade passierten Gomeria fahren. Der Typ vor  dem Reifenshop will allerdings mit Motorradreifen nichts zu tun haben und schickt mich zum gegenüberliegenden Motorradhändler, der kann zwar das Hinterrad ausbauen, das heisst, er bringt Werkzeug und ich baue das Hinterrad aus, aber einen Schlauch reparieren kann er nicht, also mit dem Rad unter dem Arm über die Strasse zum Reifenexperten, der repariert den Schlauch sogar ziemlich professionell für 50 Pesos (ca.7 Fr.)  Alles wieder zusammenbauen und Gepäck aufladen, schon kann es weitergehen. Hat ziemlich Spass gemacht die ganze Aktion bei 39 Grad in Motorradklamotten.

Salta 17.-18.01.2014

In Salta finden wir einen günstigen Campingplatz mit riesigem Pool. Wir beschliessen zwei Tage zu bleiben und die Stadt zu besichtigen. Ausserdem ist die Reisekasse mit Argentinischen Pesos leer. In der Innenstadt von Salta wechseln wir beim freundlichen Schwarzmarktdealer 200 Dollar zum Kurs von 11 zu 1, offizieller Kurs wäre 6.7 zu 1  das macht Argentinien natürlich noch günstiger.  Hoffe mal das die Scheine auch echt sind.

Salta nach Cafayate 19.01.2014

Aufgrund eines Tips einer Argentinischen Zeltnachbarin ist unser nächstes Ziel Cafayate.  Die kurvige Routa 68 verläuft über Berge und Schluchten von Salta nach Cafayate und ist landschaftlich das bisherige Highlight unserer Reise. Auf der Strasse könnte man es richtig fliegen lassen wären da nicht die Erdrutsche und Steinschläge die hinter jeder Kurve lauern. In Cafayate bleiben wir zwei Tage auf dem Zeltplatz der mit 80 Pesos pro Tag allerdings doppelt so teuer ist wie der in Salta mit 32 Pesos pro Nacht. Hier beginnt auch die Routa 40 Richtung Süden. 
© by Dani B
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