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Machu Piccu

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Peru 13.04-

Tacna präsentiert sich zumindest in der Innenstadt sehr sauber und aufgeräumt, dass hätten wir so nicht erwartet, jedenfalls sauberer als so manche Stadt in Argentinien oder Chile. Heute ist Sonntag und wir sind früh dran, dass eröffnet die Möglichkeit gleich hier ein Hotel mit TV zu suchen und das MotoGP- Rennen live im Fernsehen zu verfolgen. Ein Hotel ist auch schnell gefunden, beim besichtigen der Zimmer die nächste Überaschung, alle Türen lassen sich ohne Gewaltanwendung öffnen und schliessen und das Badezimmer ist das erste ordentlich gefliesste seit wir die Schweiz verlassen haben.  Auch der Hotelbesitzer ist super nett und will bei der Abreise unbedingt ein Foto mit uns machen. Wir mussten ihm versprechen das Foto im Internet zu veröffentlichen, vielleicht bekommen wir beim nächsten mal Rabatt auf die Unterkunft. Unser nächstes Ziel heisst Arequipa. Die weisse Stadt Perus ist von drei Vulkanen umgeben. Die Strecke führt uns von Meereshöhe auf 3400 m in die zweitgrösste Stadt Perus. Mit Tipps von Einheimischen finden wir auch in Arequipa ein günstiges Hostel. Der Verkehr durch die Vorstädte ist ein einziges Chaos, jeder fährt wie er will, keiner wie er soll und alle machen permanent hupend mit. Wir sind jedenfalls froh das Motorrad im Hostel zulassen, es sind nur ein paar hundert Meter zu Fuss bis in die  Innenstadt. Taxi wäre zwar günstig aber auch die blieben im Verkehrschaos stecken und sind langsamer als ein Fussgänger. Es ist die Woche vor Ostern, täglich findet in der Innenstadt eine Prozession statt, die Peruaner tragen ein riesiges Kreuz begleitet von einer Musikkapelle durch die Stadt, dass dadurch die Strasse gesperrt werden muss trägt eben nicht zur Verringerung des Verkehrschaos bei.

Colca Canyon

Der Colca Canyon ist je nach Messmethode mit 3269 Meter die tiefste oder zweittiefste Schlucht der Welt. Der Grand Canyon in den USA ist im Vergleich dagegen "nur" 1800 m tief. Augangspunkt für eine Tour in den Canyon ist Chivay, ca 300 km von Arequipa entfernt. Die Strasse nach Chivay führt über den Altiplano und erreicht beim Aussichtspunkt "Mirador de los Vulcanos" 4850 Meter. Wir sind zwar schon etwas an die Höhe gewöhnt aber trotzdem macht uns die dünne Luft zu schaffen. Wir sind froh das es danach steil bis Chivay auf 3400m runter geht. Hier ergattern wir mit viel Glück das vermutlich letzte freie Zimmer, es ist Donnerstag vor Ostern und scheinbar haben auch viele Peruaner frei. Unser eigentliches Ziel das Cruz del Condor, ein Ausichtspunkt im Colca Canyon bei dem man Andenkondore aus nächster Nähe beobachten kann, nehmen wir am nächsten Morgen in Angriff.  Abfahrt um 6 Uhr morgens, die Kondore sind bei Sonnenaufgang am aktivsten und ausserdem wollen wir vor den vielen Bustouristen am Aussichtspunkt sein. Klappt auch, nach ca. einer Stunde Fahrt erreichen wir den Aussichtspunkt und sind beinahe die einzigen Touristen. Nur ein paar Camper die auf dem Parkplatz im Wohnmobil übernachtet haben sind da. Kondore sind zwar einige auf Felsvorsprüngen zu sehen,aber in die Luft aufsteigen will noch keiner. Die Tiere sind gut erzogen und warten bis auch der letzte Bus mit Touristen angekommen ist und alle ihre Kameras in Position haben, erst jetzt erheben sich die imposanten Greifvögel in die Lüfte. Die Andenkondore gehören zu den grössten Greifvögel sie erreichen eine Spannweite  von 2,70 bis 3 Meter.Vom Aussichtspunkt senkrecht hinunter ins Tal des Rio Colca sind es übrigens 1200 m, kein guter Plan hier runter zu fallen.

Puno am Titicacasee

Von Chivay gehts auf der selben Strasse zurück d. h. wieder über den Pass bis zur Abzweigung nach Puno. Die Strecke verläuft fast permanent zwischen 4000 und 4500m Höhe. Trudy scheint sich nicht so recht an die Höhe zu gewöhnen sie leistet wenig und säuft dafür umso mehr, beim nächsten Tankstopp wird das umgehend bestraft, jetzt gibts nur noch die 84 Oktan Pfütze in den Tank. Folgen sind bis jetzt keine spürbar.  Eine elektronische Einspritzung hätte schon ihre Vorteile gegenüber dem Vergaser, die würde das Gemisch automatisch an die Höhe anpassen. Von Puno aus kann man mit einer Bootstour die schwimmenden Schilfinseln der Uros- Indianer besichtigen was wir aber unterlassen haben, nachdem uns einige andere Reisende von der sehr auf Touriabzocke augerichteten Tour berichtet haben. Stattdessen besichtigen wir den Stählernen Kondor hoch über der Stadt. Da wir beide keine Bergsteiger sind nehmen wir ein Taxi statt die Treppe mit den 644 Tritten bis zum Aussichtspunkt. Das Taxi bleibt allerdings auf halbem Weg auf der schmalen und steilen Schotterstrasse stecken. Keine Chance ohne Allrad. Wir gehen den Rest zu Fuss, der Taxifahrer fährt im Retourgang zurück.Oben angelangt haben wir eine super Aussicht auf Puno und den Titicacasee. Leider müssen wir mit Bedauern feststellen das Ostern in Puno nicht die gleiche Bedeutung hat wie bei uns, es gibt hier keine Ostereier und auch keine Schoggihasen. Hier in Puno feiern die Peruaner auf ihre Weise. Es ist Ostersonntag morgens um 9 Uhr, vor unserem Hotel wird der Betonbelag der Strasse von  einer Benzinmotor betriebenen Trennscheibe  aufgetrennt, 110 Dezibel und Staub wie nach einem Sandsturm inklusive. Nachmittags findet auf dem zentralen Platz vor der Kirche eine Demonstration gegen oder für irgendwas statt, als Soundcheck für die aufgebauten Konzertboxen wird auch gleich die passende Musik gewählt: Aus den Boxen dröhnt  "Highway to Hell" von AC/DC am Oster- Nachmittag und das direkt vor der Kirche.Die meist älteren Demonstranten scheinen aber den Text nicht zu verstehen.

Puno nach Cusco

Der Verkehr in den Städten ist ja chaotisch aber eigentlich nicht sehr gefährlich weil doch noch alle ein bisschen Rücksicht nehmen. Das ändert sich ausserorts ziemlich schnell, hier sind die Verkehrsregeln ziemlich klar, es gilt einfach das Recht des Stärkeren, überholt wird immer und überall, vorzugsweise vor unübersichtlichen Kurven und Kuppen. Das ist so lange kein Problem wie wir nicht die entgegenkommenden sind. Heute allerdings kommen uns auf  der Strecke von Puno nach Juliaca, keine 100 km, gleich drei Busse überholenderweise auf meiner Fahrbahnseite entgegen. Wir dürfen dann auf den zum Glück asphaltierten Seitenstreifen ausweichen. Jetzt weiss ich auch wieso auf den meisten Fahrzeugen Sprüche wie: "Jesus ist mein Führer" oder "Gott weisst mir den Weg" prangen. Erstaunlicherweise haben wir bis auf einen umgekippten Lastwagen keine Unfälle gesehen. Vielleicht wirken die Sprüche ja doch ? Auf dem Weg durch die Vorrorte ins Zentrum von Cusco erlangen wir ebenfalls eine neue Erkenntnis, Strassenschächte und die zugehörigen Schachtdeckel müssen nicht zwangsläufig eine Einheit bilden. An mehreren Orten fehlt der Deckel, die Einheimischen wissen natürlich wo und fahren entsprechend drumherum. Wir mit einigem Glück ebenfalls. Im reservierten Hostel angekommen stellt sich die Frage wo wir mitten in der Stadt das Motorrad parkieren können. Der Hostelwirt setzt sich kurzerhand hinten drauf und wir klappern ein halbes Dutzend bewachte Parkplätze ab, aber keiner will Trudy haben, alles besetzt, nur Privat oder generell keine Motorräder lauten die Antworten. Schlussendlich bleibt nur der Nebeneingang des Hostels Am ersten Tag in Cusco lassen wir die Motorradstiefel Reinigen, die habens nämlich bitter nötig. Der Schuhputzer will für 10 Minuten Arbeit 50 Soles = 16 Sfr. das ergibt einen Stundenlohn von 96 Sfr. Nicht schlecht, bei einem Durchschnittseinkommen von ca. 400 Sfr in Peru muss er so gerade mal 4 Stunden im Monat arbeiten. Cusco bedeutet in der Sprache der Quechua-Indianer "Nabel der Welt" und war die Hauptstadt im Inkareich. Die Spanier haben den grössten Teil der Stadt zerstört und auf den Ruinen ihre Kirchen aufgebaut. Auf dem Hügel oberhalb der Stadt ist noch eine kleinere ehemalige Inkasiedlung erhalten geblieben die auch  sämtliche Erdbeben überstanden hat.

Machu Picchu

Lange haben wir überlegt ob wir für Machu Picchu die 230 Dollar pro Nase ausgeben wollen. Aber wer weiss ob wir nochmals die Gelegenheit bekommen  Machu Picchu zu besichtigen. Also buchen wir in unserem Hostal Tayta Wasi, dass übrigens bezüglich Preis Leistungsverhältniss das Beste auf unserer bisherigen Reise ist, die Tour nach Machu Picchu. Nach Aguas Caliente, der Ausgangspunkt zum Machu Picchu kommt man nur mit dem Zug, oder man wandert den berühmten 4-Tages Inca Trail der jedoch bis zum September ausgebucht ist. Diese Wanderung ist nur als geführte Tour möglich und kostet sage und schreibe 500 Dollar pro Person. Die billigste Möglichkeit wäre mit dem Motorrad über Santa Teresa bis zum Wasserkraftwerk zufahren. Da ist aber endgültig Schluss mit der Strasse, von da aus sind es noch ca. 2-3 Stunden Fussweg bis Aguas Calientes, da verpasst man allerdings die Bahnfahrt durch das Tal des Rio Urubamba die stellenweise durch den Dschungel führt und auch schon ein Highlight ist. Wir buchen die Tour mit dem Zug bis Aguas Calientes, da übernachten wir im  Hostel, den am nächsten Tag heisst es um 5.30 mit dem Bus ca. 30 min hoch nach Machu Picchu. Die gut trainierten machen das natürlich zu Fuss. Bereits beim Busbahnhof erwartet uns eine lange Warteschlange, wir sind nicht die einzigen zu dieser frühen Stunde. Nachdem wir uns am Eingang durch die Warteschlange gekämpft haben liegt Machu Picchu vor uns. Leider spielt das Wetter nicht so mit es regnet immer wieder und dichter Nebel hängt über den Bergen. Trotzdem ist schon der erste Eindruck gewaltig. Wir erkunden die Ruinen vorerst alleine, um 8 Uhr beginnt unser Führung die in der All Inclusive Buchung inbegriffen ist. So erfahren wir noch einiges über die Hintergründe und  Geschichte von Machu Picchu. Nachmittags bessert sich das Wetter, stellenweise kommt sogar die Sonne zum Vorschein. Die meisten Touristen sind schon wieder auf dem Rückweg, wir sind so fasziniert von der Anlage das wir beinahe den letzten Bus zurück verpassen. Dieser Ort hat wirklich etwas Magisches, dass sich nicht einfach erklären lässt. Es sind nicht nur die perfekt aufeinander angepassten Steine oder die vielen Terassen die  beeindrucken. Es ist der Gesamteindruck dieser Stadt. An genau dieser Lage, mitten in den Anden, im Tal weit unten umflossen vom Rio Urubamba. Auf jeden Fall hat sich der Besuch sehr gelohnt.

Nasca

Wir verlassen Cusco in Richtung des Valle Sagrado (Heiliges Tal der Inka) am Rio Urubamba, hier liegen noch einige Inkabauten die wir besichtigen wollen. Als erstes die Ruinen von Pisac die ähnlich wie Machu Picchu aus grossen perfekt aufeinander angepassten Felsblöcken gebaut wurde, ebenso mit Terassen am Berghang die der Landwirtschaft dienten. Ein weiteres Highlight ist Moray, die runde Terassenanlage der Incas. Auf jeder  Terasse herrscht ein anderes Mikroklima und man nimmt an, dass die Anlage für die Inkas so etwas wie ein landwirtschaftliches Versuchslabor war. Die hatten auch früher schon recht gute Ideen. Weil langsam bedrohlich schwarze Wolken aufziehen, verzichten wir auf weitere Besichtigungen und machen uns auf den Weg Richtung Nasca. Die nächste grössere Stadt ist Abancay. Der Weg führt auf einer kurvigen Strecke dem Fluss entlang,bevor es über einige Pässe geht. Zeitlich haben wir uns ein bisschen verrechnet den mittlerweile beginnt es Dunkel zu werden. Aber weit und breit keine Übernachtungsmöglichkeit in Sicht. In stockdunkler Nacht überqueren wir den letzten Pass auf 4100m. Zu allem Übel kommt auch noch Nebel auf, die Sichtweite beträgt nur noch einige Meter, ich hänge mich an einen Pickup und hoffe mal das nicht allzuviel Sand auf der Strecke liegt. Tags darauf hat sich das Wetter gebessert, dass ist auch gut so,denn vor uns liegt eine der besten Motorradstrecken mit gewaltiger Aussicht und Kurven ohne Ende. Es geht auf 4500m Hoch, danach einige Kilometer geradeaus über das Altiplano, die restlichen 650 Kilometer immer Links und Rechts. Kurz vor Nasca ändert sich das Landschaftsbild aus den grünen Anden wird schnell eine Wüste aus Sandsteinformationen und am Horizont taucht der Cerro Blanco die mit rund 2000m höchste Düne der Welt auf. In Nasca muss man die berühmten Nasca-Linien besichtigen,die man aber nur  vom Flugzeug aus gut erkennen kann. In der Hotellobby überzeugt uns der nette Peruaner, der uns Tags zuvor noch den Weg zum Hotel gezeigt hat, das dass Flugzeug viel zu teuer sei und wir mit der von Ihm angebotenen Tour mindestens ebensoviel sehen werden, nur viel billiger. Zwei Kanadier seien auch schon für den nächsten Tag dabei und der Tourguide spreche Englisch. Wir glauben ihm, und buchen die Tour für den nächsten Tag. Ein Fahrer im Kleinwagen holt uns im Hotel ab, die zwei Kanadier sind nicht dabei und der Typ spricht auch kein Wort Englisch. Na gut, nicht so schlimm wenn wenigstens die Tour intressant wird. Der Fahrer klappert dann mit uns auf der Panamericana die zwei Aussichtstürme  und das Museum der bekannten Nasca-Forscherin Maria Reiche ab. Natürlich dürfen wir an jedem Spot noch zusätzlich Eintritt bezahlen und zu sehen ist auch nicht besonders viel. Nach dem dritten Souvenirstand an dem wir achtlos vorbeilaufen hält uns der Fahrer die Türe nicht mehr auf, und spricht kein einziges Wort mehr mit uns. Autofahren kann er übrigens auch nicht, der Idiot. Diese Tour hätten wir locker mit dem Motorrad fahren können, und hätten dabei 90 Franken gespart. Nach diesem negativen Erlebniss können wir Nasca nicht einfach so verlassen. Zur Auswahl stehen noch ein Flug über die Linien oder eine Tour in die Wüste mit dem Buggy. Die Buggytour  gewinnt, und ist Ihr Geld mehr als Wert. Nach dem besichtigen einiger Inca Ruinen gehts mit dem Buggy auf die Sanddünen. Das fühlt sich an wie Achterbahnfahren mit dem Auto und nicht nur die Amerikaner die hinter uns sitzen werden ein bisschen bleicher. Unser Fahrer hat die Sache aber jederzeit im Griff. Beim Stopp auf der höchsten Düne können wir uns auf den mitgeführten Brettern mal im Sandboarden versuchen. Ist wie meist bei solchen Dingen, nicht ganz so einfach wie es aussieht. Diese Tour hat sich definitiv gelohnt und war sogar billiger als die Touriverarsche Tags zuvor.
Unser Hotelwirt in Tacna
Bei den Ruinen von Pisac, ganz schön schwer der Stein.......