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Ecuador der Mittelpunkt der Erde.

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Ecuador Der wichtigste Grenzübergang zwischen Peru und Ecuador ist an der Küste bei  Thumbes. Vor dieser Grenze wurden wir allerdings mehrfach gewarnt, es soll lange dauern um nach Ecuador einzureisen, die Zöllner sollen unfähig und faul sein und ausserdem soll es noch viele Diebe geben. Wir wählen deshalb die Grenzstation bei Macara, weiter im Landesinnern. Ein guter Plan wie sich herausstellt, wir sind die einzigen Touristen und die Zöllner freuen sich uns zu sehen. Entsprechend schnell lassen wir den Peruanischen Grenzposten hinter uns, lediglich die Einreise nach Ecuador dauert etwas lange bis alle Daten im Computer eingegeben sind. Die Equadorianer nehmen es genau, die kontrollieren sogar die Chassisnummer und fotografieren das Typenschild, sowas hat bis jetzt noch nie jemand interessiert, wir hätten immer problemlos ein anderes Fahrzeug einführen können und kein Zöllner hätte es bemerkt. Wenige Kilometer nach der Grenze ändert sich auch die Landschaft aus der Wüste mit vorwiegend Sandbraunen Farben und trockenen Büschen wird schnell saftiges Grün mit hohen Bäumen der Übergang zwischen Wüste und Dschungel geschieht hier praktisch übergangslos. Die zweite Überaschung erleben wir an der ersten Tankstelle, 2 Dollar kostet das bessere Benzin mit 92 Oktan, nicht pro Liter sondern pro Gallone, das sind umgerechnet ca. 50 Rappen pro Liter. So macht Tanken noch Spass. Unser erstes Ziel in Ecuador heisst Vilcabamba, das Dorf ist bekannt weil hier angeblich viele Leute weit über hundert Jahre alt werden. Es soll an an der negativen Ionenladung der Luft liegen. Neuere Untersuchungen zeigen aber das an den vielen über Hundertjährigen nichts dran ist, ausser das sich die Menschen mangels Geburtsurkunde selber viel älter machen als sie wirklich sind. Wir wollen aber nicht so lange bleiben um herauszufinden wer nun Recht hat. Etwas ausserhalb des Dorfes logieren wir in der excellenten Unterkunft Izcayluma in einer eigenen Cabana mit Balkon und Hängematte. Die Anlage wird von einem Deutschen geführt, die Gäste sind International: Amerikaner, Engländer Deutsche und natürlich wir Schweizer. Die meisten nutzen den Aufenthalt um in der Gegend zu wandern oder den nahegelegenen Nationlpark zu besichtigen. Wir entscheiden uns mal ein richtiges Abenteuer zu wagen und buchen eine 5 stündige Reittour zu einem Wasserfall im Dschungel. Im Prospekt steht im Kleingedruckten irgendwas wie "Nur für erfahrene Reiter". Da ich vor ca. 20 Jahren schon einmal für 5 Minuten auf einem Pferd gesessen bin trifft das zweifelsfrei auch auf mich zu. Am nächsten Tag holt uns der Führer mit dem Taxi ab, wir fahren zusammen mit einem Paar aus Mexico ins Dorf. Die Pferde stehen schon bereit und es geht gleich los, im Trab durch das Dorf, anschliessend über einen Fluss und danach 2 Stunden lang einen steilen und felsigen Pfad den Berg hoch . Anfangs bin ich mir gar nicht sicher ob das eine gute Idee war, ein bisschen ungewohnt so ein Pferd, aber nach ein paar Minuten beginnt es Spass zu machen und mein Pferd macht manchmal sogar was ich will. Den letzten Kilometer zum Wasserfall müssen wir zu Fuss gehen, der Pfad ist zu steil für die Pferde. Nach insgesamt 5 Stunden sind wir wieder zurück im Dorf und mir tut erstaunlicherweise noch nichts weh. Die nächsten paar Tage konnten wir aber kaum laufen, wegen dem starken Muskelkater. Wir bleiben ein paar Tage in Vilcabamba bevor wir uns auf den Weg Richtung Norden machen.

Puerto Lopez

Die Strassen in Ecuador sind meistens hervorragend und der Fahrstil der Ecuadorianer ist um einiges entspannter als in Peru. So kommen wir unserem  nächsten Ziel, Puerto Lopez an der Pazifikküste schnell näher obwohl es durch die Berge bis auf fast 4000 m rauf geht. Besonders die Fahrt durch den Nationalpark El Cajas ist ist ein Erlebnis, wir befinden uns mal über, mal unter der Wolkengrenze. Bis jetzt haben wir einen sehr guten Eindruck von Ecuador, gute Strassen und alles ist sehr sauber und ordentlich. Puerto Lopez ist eigentlich ein Fischerdorf das aber Dank den von hier aus geführten Walbeobachtungstouren in den letzten Jahren einen Touristischen Aufschwung erlebt hat. Wir  buchen im Hotel eine Bootstour zur Isla de la Plata, der “Silberinsel” auf der Francis Drake einen Schatz versteckt haben soll, in der Hoffnung auf dem Weg ein paar Wale zu sehen. Nach einer Stunde Fahrt erreichen wir die Insel die anschliessende Tour über die zum Naturschutzgebiet Machalilla gehörende Insel ist nur mit Führer möglich. Vier Stunden laufen wir zusammen mit den anderen Touris quer über die Insel, 35 Grad wäre es im Schatten, wenns denn welchen geben würde. Jede menge Vögel bevölkern die Insel, und besonders die meist paarweise auf den Wegen sitzenden Blaufusstölpel lassen sich nicht im geringstens durch die Touristen stören. Keinen millimeter bewegen sich die Vögel und blockieren den Wanderweg nach dem Motto "Wir waren zuerst da". Auf dem Rückweg macht unser Boot halt an einem vorgelagerten Riff. Schnorcheln ist angesagt für diejenigen die ihr Badezeug dabei haben. Wir haben nichts dabei, Schade den im Wasser tummeln sich neben farbigen Fischen vom Typ "Nemo" auch einige der riesigen Meeresschildkröten. Wale haben wir keine gesehen, nach Meinung eines Einheimeischen ist dieses Jahr das Wasser in Küstennähe zu warm und die Wale bleiben weiter draussen.

Quito

Auf dem Weg von Puerto Lopez nach Quito planen wir einen Zwischenstopp in  Latacunca 420 km zeigt das Navi bis zum vorgebuchten Hotel an. Eine lockere Tagesetappe, sollte man meinen. Aber meistens kommt es anders, den die anfänglich sehr gute Strasse wird  immer schlechter. Die Nationalstrasse E30 war bestimmt irgendwann vor Jahrzehnten mal durchgehend Asphaltiert, heute sind nur noch vereinzelte Asphaltstücke davon übrig, der Rest besteht aus Schlaglöchern. Zusätzlich beginnt es noch zu regnen was auch nicht zu einer Steigerung der Durchschnittsgeschwindigkeit beiträgt. Es geht steil den Berg hoch das Thermometer zeigt noch knapp 10 Grad auf einer Höhe von 4200 Meter an. Wir fühlen uns ein bisschen schlecht was wohl daran liegt das wir am Morgen auf Meereshöhe bei 30 Grad gestartet sind, ein bisschen viel Höhen und Temperaturdifferenz für einen Tag. Latacunca selbst liegt nur noch auf 2600 m, es ist bereits stockdunkel als wir die Stadt erreichen. Das Navi führt uns mitten in die Stadt, unser vorgebuchtes Hotel sollte aber etwa 20 km ausserhalb liegen. Kein Zweifel die Koordinaten von Booking.com stimmen nicht. Es sollte nicht das letzte mal sein. Uns bleibt nichts anderes übrig als ein anderes Hotel zu suchen, zum Glück werden wir recht schnell fündig. Die restlichen 150 km nach Quito sind Tags darauf auf der vierspurigen Panamericana ein lockerer Sonntagsausflug. Quito soll ja angeblich eine gefährliche Stadt sein, davon merken wir gar nichts. Nicht einmal fühlen wir uns bedroht obwohl wir auch Nachts unterwegs sind. Wir beobachten vor dem Regierungsgebäude eine Demonstration, die von einigen Polizisten mit Robocop-Ausrüstungen überwacht wird. Aber keine Spur irgendwelcher Agressionen, die meisten Polizisten spielen gelangweilt mit ihren Streichel-Telefonen. Erst als wir in einem Outdoorschop Gaskartuschen kaufen wollen und dazu am Eingang  die zwei mit Kugelsicheren Westen, Pump-Gun , Revolver und Schlagstock ausgerüsteten Securitas passieren müssen wundern wir uns schon ein bisschen. Die Gaskartuschen haben wir übrigens bekommen, die kleinste Grösse mit 100g zum Importpreis von 12 Dollar.

 

Ibarra

Einige Kilometer nördlich von Quito liegt der Äquator, der Mittelpunkt der Welt.  So fahren wir auf der Panamericana Richtung Norden und halten Ausschau nach der Markierung. Die Panamericana wird wegen einer Baustelle auf eine andere Strasse umgeleitet, und als ich beim Tanken mal etwas genauer auf die Koordinaten schaue zeigen die bereits rund 1 Grad Nord. Wir haben also den Äquator überquert ohne es zu merken. Wir fahren trotzdem weiter bis Ibarra und beschliessen den Äquator tags darauf zu besuchen. Ein paar Tage logieren wir in einem Hostel in der Stadt und besichtigen denn Nationalpark in der Nähe und fahren dann nochmals zurück zum Äquator. Ecuador gehört zu den bevorzugten Ländern für hauptsächlich amerikanische Auswanderer. Die Gründe sind verständlich, fast das ganze Jahr angenehme Temparaturen, niedrige Lebenshaltungskosten und eine gute Infrastruktur. Hier könnten wir jedenfalls auch Leben. Bevor wir weiter nach Kolumbien fahren machen wir noch Halt bei der Finca- Sommerwind etwas ausserhalb von Ibarra. Die Anlage besteht aus einem Campingplatz, einige Cabanas sind gerade im Bau. Die zwei aus Deutschland ausgewanderten Patricia und Hans haben sich hier eine neue Existenz aufgebaut. Geplant ist auch die Vermietung von Wohnmobilen, deshalb weilt Hans gerade in Deutschland. Wenn das klappt sind die beiden die einzigen in Ecuador die Wohnmobile anbieten. Hier gefällt es uns so gut das wir ein paar Tage länger bleiben als geplant. Wir stellen mal wieder das Zelt auf, das Wetter passt auch, angenehme 25 Grad, täglich ein bisschen Regen aber nach ein paar Minuten ist alles wieder trocken. Patrizia verwöhnt uns mit Kaffe und Kuchen, das Wlan reicht bis ins Zelt, vor uns der kleine See und dazwischen die einzige Rennstrecke Ecuadors. So muss es im Paradies aussehen. Der Versuchung selber ein paar Runden auf der Rennstrecke zu drehen kann ich allerdings widerstehen als ich ein paar Rollerfahrer beobachte die sich nicht einig sind in welche Richtung nun gefahren werden soll. Nach ein paar Tagen müssen wir weiter, auch die schönste Zeit geht mal zu Ende schliesslich liegt noch ganz Kolumbien vor uns.